„Harmonie” lädt zum Sangeswettbewerb

„Harmonie” lädt zum Sangeswettbewerb

Bericht im Vorfeld des 140 – jährigen Jubiläums im Jahr 1985

Gesangverein feiert sein 140 – jähriges Bestehen mit umfangreichem Veranstaltungsprogramm

WESTHOFEN. – Vom 11. bis 19. Mai steht Westhofen ganz im Zeichen des Chorgesangs. Anlaß ist das 140 – jährige Bestehen des Gesangvereins „Harmonie”, der seinen Geburtstag mit zahlreichen Veranstaltungen feiern möchte.Über 50 Gesangvereine und mehr als 2300 Sänger werden dabei in Westhofen zu Gast sein, die Schirmherrschaft hat Landrat Rolf Rein übernommen.

Der Veranstaltungsreigen beginnt am Samstag, 11. Mai, um 16 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Mitglieder inder evangelischen Kirche, anschließend singen Männer- und Frauenchor des Jubelvereins am Ehrenmal auf dem Friedhof. Um 20 Uhr schließt sich in der TG-Turnhalle ein Festkommers an, die Festansprache hält Landrat Rein.

Als bleibende Erinnerung und Geschenk an die Gemeinde gilt der „Platz der Harmonie”, der am Sonntag, 12. Mai, um 10.30 Uhr „Hinter dem Helm” eingeweiht werden soll.

Am Mettenheimer Weg wird ein Festzelt aufgebaut, das 2000 Besuchern Platz bietet. Dort beginnt am Freitag, 17. Mai, um 20 Uhr ein Freundschaftssingen mit siebzehn Vereinen und annähernd 600 Sängern und Sängerinnen. Dem folgt am Samstag um 14 Uhr ebenfalls im Festzelt ein vergnügter Nachmittag für die Kinder, dem sich um 20 Uhr ein Bunter Abend unter Mitwirkung der örtlichen Vereine und der Kapelle „Excelsior“ anschließt. Höhepunkt und zugleich Abschluß der Geburtstagsfeierlichkeiten wird am Sonntag der große Sängerwettstreit sein. 35 Vereine mit über 1700 aktiven Sängern und Sängerinnen streiten sich dabei um Pokale, Klassen- und Ehrenpreise. Dem Verein, der die beste Tages-Gesamtleistung aufzuweisen hat, winkt ein Schlachtschwein als zusätzliche Belohnung. Dem Festzelt angegliedert ist ein eigenes Essenszelt, das 300 Personen Platz bietet und somit gewährleistet, daß der Gesangswettstreit, der um 8 Uhr beginnt und bis 17.30 Uhr dauern wird, ungestört abrollen kann.

Mit Tanz zu Rhythmen der Kapelle „Excelsior” werden die Feierlichkeiten ausklingen. Die Pokale und Ehrenpreise für den Chorwettbewerb können ab 10. Mai im Geschenkhaus Wagner besichtigt werden. Den Verantwortlichen des Gesangvereins, an der Spitze Vorsitzender Hans Stridde, wurde bei all ihren Bemühungen große Unterstützung der Westhofener Bevölkerung zuteil. So wurden im vorigen Herbst über fiinftausend Liter Most aus allen bekannten Westhofener Lagen gespendet.

Von jeher war der Verein darauf bedacht, die Verbindung zu einem der wertvollsten Kulturgüter – dem Gesang und der Musik – nicht nur zu erhalten, sondern stetig zu steigern. Sein Verdienst ist es auch, daß die zwischenmenschlichen Beziehungen sowohl innerhalb der Ortsgemeinde als auch außerhalb durch Kontakte zu zahlreichen anderen Vereinen gefördert und gefestigt wurden. Dies war schon das Ziel der 35 Gründungsmitglieder, die im Februar 1845 den Gesangverein „Harmonie“ aus der Taufe hoben. Zu den Männern der ersten Stunde gehörte auch der evangelische Ortsgeistliche Johannes Dechent, der nicht nur der erste Präsident des Gesangvereins war, sondern auch von 1825 bis 1873 in Westhofen wirkte. Erster Dirigent war Musikdirektor Franz Neuser, der später als Domorganist in Worms wirkte. Seit Januar 1983 schwingt Jürgen Wössner aus Worms-Weinsheim den Dirigentenstab. Er löste Hermann Jehl ab, der den Männerchor seit 1975 betreute. Jehl ist jedoch weiterhin Leiter des Frauenchores, der am 8.Mai 1981 aus der Taufe gehoben wurde und dem Verein sichtlich neue Impulse verlieh.

Der Männerchor unter Leitung seines Dirigenten Jürgen Wössner

Zahlreiche Preise bei Gesangswettstreiten der näheren und weiteren Umgebung in den letzten Jahren unterstreichen das Können der Westhofener Sängerinnen und Sänger, die aber auch mit ihren eigenen Veranstaltungen seit Jahrzehnten für kulturelle Höhepunkte innerhalb des Gemeindelebens von Westhofen sorgten.

Wer Näheres zur Geschichte des Chores und des Ortes wissen möchte, sollte in der von Klaus-Dieter Tölle und Julius Grünewald verfaßten Festschrift nachschlagen.

K.D.